Germanen und Römer
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Germanen
und
Römer

ein Online-Lexikon
von Wolf Mittag

Lexikon: Germanen und Römer: Inhalt
Vorgeschichte: Herkunft der Germanen, Kelten und Römer
Die Kelten, Nachbarn der Germanen
Die Römer, Beherrscher der bekannten Welt
Rom unter Augustus, dem ersten Kaiser
Die Germanen
Siedlungsraum und Nachbarvölker
Germanische Stämme
Germanische Siedlungen und Dörfer
Häuser
Aussehen
Kleidung
Waffen und Kriegsrüstung der Germanen
Lebensweise
Nahrung
Nahrung bei den Römern
Körperpflege
Gesundheit
Landwirtschaft
Handwerk
Handel
Währung und Preisbeispiele
Besitz
Sprache der Germanen: Herkunft und Erbe
Gesellschaft und Staat
Sippe
Rolle der Frau
Unfreie
Adel
Gefolgschaft
Die heidnische Religion
Die wichtigsten germanischen Götter
Zauberei
Kunst und Kultur der Germanen
Ansichten der Kulturvölker über die Barbaren
Sklaverei im Römischen Reich
Krieg
Römische Legionen
Römische Eroberung Germaniens
Römische Herrschaft über Germanien
Scheitern der römischen Herrschaft über Germanien
Folgende Jahrhunderte: Blüte und Niedergang des Römischen Reiches
Literaturempfehlungen
Impressum
Historisches Computerspiel Teudogar und das Bündnis mit Rom

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by Wolf Mittag.
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Die Germanen

Germanen, Kelten und Römer hatten dieselben gemeinsamen Vorfahren (siehe Lexikoneintrag 'Vorgeschichte'), und teilten zunächst dieselbe Sprache und Kultur. Wegen der räumlichen Trennung entwickelten sie sich im Lauf der Jahrhunderte aber immer weiter auseinander.

Die im Süden siedelnden Römer bildeten - angeregt durch Kontakt mit Etruskern und Griechen - recht früh eine eigenständige Kultur. Germanen und Kelten blieben einander dagegen lange Zeit sehr ähnlich. Vermutlich erst ab etwa 300 v.Chr. unterschieden sich die Germanen sprachlich und kulturell deutlich genug von den Kelten, um als eigenständiges Volk bezeichnet zu werden.

Doch das war nicht viel mehr als eine zusammenfassende Bezeichnung. Sicherlich hatten die meisten germanischen Stämme deutlich mehr Gemeinsamkeiten untereinander als z.B. mit Kelten oder Römern. Aber kaum ein Germane hätte sich selbst als Germane betrachtet; vielmehr sahen sich die meisten in erster Linie als z.B. Sueben, Cherusker, Sigambrer, Vandalen, Sachsen oder Goten, d.h., als Angehörige ihres Stammes oder eines Stammesverbundes. (Die Bezeichnung 'Germanen' stammt möglicherweise aus dem Keltischen und bedeutet etwa soviel wie 'Nachbarn'.)

Diese zahlreichen germanischen Stämme besiedelten den größten Teil des nördlichen Mittel- und Ost-Europas, und lebten nicht immer konfliktfrei nebeneinander. Viele waren miteinander verfeindet, andere miteinander verbündet, manche sind nach Niederlagen im Krieg untergegangen, manche haben sich zu größeren Stämmen zusammengeschlossen, manche in kleinere Teilstämme aufgeteilt, manche versuchten, die Siedlungsgebiete ihrer (ebenfalls germanischen) Nachbarstämme zu erobern, andere wanderten aus und suchten sich neues Siedlungsland, andere wurden von ihren (ebenfalls germanischen) Nachbarstämmen unterworfen. Machtverhältnisse, Bündnisse, Feindschaften und Siedlungsgebiete änderten sich ständig.

Germanien war also keine Nation oder ein Reich, sondern bloß ein weites Gebiet, das von sehr unterschiedlichen Stämmen bewohnt wurde. Bei den Kelten war die Situation übrigens ähnlich (zahllose Einzelstämme); ebenso bei den hochkultivierten Griechen (zahllose Stadtstaaten).

Völlig anders dagegen die Römer: Nachdem die Stämme der Latiner und Sabiner sich zusammengeschlossen und die Stadt Rom gegründet hatten, wurden beide Stämme von Rom aus regiert; und durch Kriege unterworfene Völker und Stämme wurden in das zentral regierte Staatswesen eingegliedert. Durch die zahlreichen römischen Siege und Eroberungen kam im Lauf der Zeit eine immer größere Zahl von Menschen unter die Herrschaft einer einzigen Regierung. Dies machte die Aufstellung großer Heere und konsequente Führung von Kriegen für die Römer sehr viel leichter als für Germanen oder Kelten, die im Kriegsfall jedesmal aufs Neue versuchen mußten, ihre oft völlig zerstrittenen Einzelstämme wenigstens zeitweise zu Bündnissen zu vereinen.

Ein großer Nachteil des germanischen Staatswesens war also militärische Unterlegenheit gegenüber größeren Staaten. Aber die deutlichen Vorteile waren Freiheit und Selbstbestimmung für jeden noch so kleinen Stamm. Angesichts der Verschiedenheit der Stämme hätten Entscheidungen einer Zentralregierung zwangsläufig jedesmal einigen Stämmen genützt und anderen geschadet. So dagegen konnten alle Betroffenen selbst in der Volksversammlung ihres Stammes die für sie selbst besten Maßnahmen beschließen. Auch bei gemeinsamem Vorgehen mehrerer Stämme mußte auf die Interessen jedes einzelnen Bündnispartners größte Rücksicht genommen werden, da unzufriedene Stämme ein Bündnis jederzeit verlassen konnten. Und selbst innerhalb eines einzelnen Stammes konnten unzufriedene Bevölkerungsteile beschließen, sich abzuspalten und ihren eigenen, neuen Stamm zu gründen. Die Aufspaltung in zahllose Kleinstämme ermöglichte jeder noch so kleinen Gruppe, genau nach ihren eigenen Wünschen zu leben - jedenfalls solange es ihnen gelang, ihre Unabhängigkeit zu verteidigen gegen mächtigere Nachbarstämme, oder Staaten wie das römische Reich, oder größere germanische Stammesbünde wie z.B. später die Franken.









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