Germanen und Römer
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Germanen
und
Römer

ein Online-Lexikon
von Wolf Mittag

Lexikon: Germanen und Römer: Inhalt
Vorgeschichte: Herkunft der Germanen, Kelten und Römer
Die Kelten, Nachbarn der Germanen
Die Römer, Beherrscher der bekannten Welt
Rom unter Augustus, dem ersten Kaiser
Die Germanen
Siedlungsraum und Nachbarvölker
Germanische Stämme
Germanische Siedlungen und Dörfer
Häuser
Aussehen
Kleidung
Waffen und Kriegsrüstung der Germanen
Lebensweise
Nahrung
Nahrung bei den Römern
Körperpflege
Gesundheit
Landwirtschaft
Handwerk
Handel
Währung und Preisbeispiele
Besitz
Sprache der Germanen: Herkunft und Erbe
Gesellschaft und Staat
Sippe
Rolle der Frau
Unfreie
Adel
Gefolgschaft
Die heidnische Religion
Die wichtigsten germanischen Götter
Zauberei
Kunst und Kultur der Germanen
Ansichten der Kulturvölker über die Barbaren
Sklaverei im Römischen Reich
Krieg
Römische Legionen
Römische Eroberung Germaniens
Römische Herrschaft über Germanien
Scheitern der römischen Herrschaft über Germanien
Folgende Jahrhunderte: Blüte und Niedergang des Römischen Reiches
Literaturempfehlungen
Impressum
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by Wolf Mittag.
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Germanische Stämme

Der Stamm war vor 2000 Jahren die größte politische Einheit in Germanien. Die Mitglieder eines Stammes sprachen den gleichen Dialekt, verehrten dieselben Götter und teilten das gleiche Siedlungsgebiet.

Ein Stamm bestand aus den Bewohnern vieler einzelner Siedlungen. Eine Siedlung oder ein Dorf wurde von mehreren Sippen bewohnt, die aus mehreren verwandten Familien bestanden.

Kleinere und mittlere Stämme umfaßten etwa 25.000 Menschen; davon konnten im Kriegsfall etwa 6000 bis 10.000 Mann kämpfen. In ganz Germanien gab es schätzungsweise 1 bis 3 Millionen Menschen, die in Dutzenden von kleineren und größeren Stämmen organisiert waren.

Erst im 3. Jh.n.Chr. schlossen sich zahlreiche kleine Stämme dauerhaft zu wenigen Großstämmen zusammen: Die Stammesverbände der Alamannen, Franken, Sachsen und Goten entstanden, und konnten durch ihre Größe und einheitliche Führung erfolgreiche Raubzüge und Kriege gegen das römische Reich führen.

Aber noch im 4. Jahrhundert n.Chr. hatten die Ost- und Westgoten als besonders große Stämme nur je 30.000 Krieger. (Wenn man sich vor Augen hält, daß das römische Weltreich viele Millionen Einwohner hatte, sieht man, daß die germanischen Eroberungen der Völkerwanderungszeit nur durch die Illoyalität der Römer zu ihrem Staat und durch die chaotische Verwaltung und Finanzlage dieses Staates möglich waren.)

Die Namen vieler Germanenstämme klingen dem heutigen Deutschen noch sehr vertraut: Aus den Sueben sind die Schwaben geworden, aus den Bajuwaren die Bayern, aus den Chatten die Hessen; die Sachsen, Friesen, Franken und Thüringer gibt es immer noch, auch die Alamannen sind noch bekannt. Nicht wenige der alten Stammesgebiete bestimmen noch immer den Grenzverlauf der Bundesländer der heutigen Bundesrepublik Deutschland.

Die heutigen Deutschen sind aber nur teilweise direkte Nachfahren der alten Germanen: Große Teile des Landes waren früher keltisch und dann römisch besiedelt. Seit dem 6. Jahrhundert n.Chr. sind slawische Völker aus dem Osten nach Osteuropa und auch ins spätere Deutschland eingewandert.
(Die Germanen selbst haben sich übrigens auch aus einer Völkermischung entwickelt, und zwar aus vorindoeuropäischen und keltisch-frühgermanischen Volksgruppen.)

Angezogen von Reichtum und Schwäche des spätrömischen Reiches, eroberten germanische Stämme im 5.Jh.n.Chr. römische Provinzen und gründeten dort ihre eigenen Königreiche, von denen viele heute noch als Nationalstaaten oder Landesbezeichnungen fortleben: Vor allem England, das Land der Angeln, und Frankreich, das Reich der Franken; aber auch (V)Andalusien in Südspanien von den Vandalen, Catalonien in Nordspanien von den Goten; und Lombardei in Norditalien von den Langobarden.

Im 12.Jh.n.Chr. bezeichneten die Italiener einen neuen Baustil als gotisch, d.h. barbarisch: Seitdem lebt der Stammesname der Goten im Sakralbau fort.

Die Bezeichnung 'Deutschland' entstand im 11.Jh.n.Chr., als das Frankenreich geteilt wurde: Der eine Sohn des fränkischen Kaisers erhielt die westliche Hälfte, nämlich das ehemalige Gallien, wo immer noch Latein gesprochen wurde. Der andere Sohn erhielt alles Land, wo die Sprache des eigenen Volkes gesprochen wurde (germanisch 'thiuda' = Volk). Aus 'thiudisk' (= volkstümlich, später 'deutsch') entstand so die Landesbezeichnung 'Deutschland'.

Die anderen Völker haben jeweils einen der vielen Stammesnamen als Bezeichnung für das Gesamtvolk übernommen: Franzosen und Spanier bezeichnen Deutsche als 'Alemannen' (aleman). Italiener verwenden das Wort 'Teutonen' (tedesco). Die Engländer haben mit dem keltisch-römischen Wort 'Germani' eine vernünftige Wahl getroffen, verwenden aber 'Germans' oft ohne Unterschied sowohl für Germanen als auch für heutige Deutsche. Als Bezeichnung für die altgermanischen Stämme verwenden die meisten Völker das Wort 'Teutonen' oder 'Germanen'.









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