Germanen und Römer
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Germanen
und
Römer

ein Online-Lexikon
von Wolf Mittag

Lexikon: Germanen und Römer: Inhalt
Vorgeschichte: Herkunft der Germanen, Kelten und Römer
Die Kelten, Nachbarn der Germanen
Die Römer, Beherrscher der bekannten Welt
Rom unter Augustus, dem ersten Kaiser
Die Germanen
Siedlungsraum und Nachbarvölker
Germanische Stämme
Germanische Siedlungen und Dörfer
Häuser
Aussehen
Kleidung
Waffen und Kriegsrüstung der Germanen
Lebensweise
Nahrung
Nahrung bei den Römern
Körperpflege
Gesundheit
Landwirtschaft
Handwerk
Handel
Währung und Preisbeispiele
Besitz
Sprache der Germanen: Herkunft und Erbe
Gesellschaft und Staat
Sippe
Rolle der Frau
Unfreie
Adel
Gefolgschaft
Die heidnische Religion
Die wichtigsten germanischen Götter
Zauberei
Kunst und Kultur der Germanen
Ansichten der Kulturvölker über die Barbaren
Sklaverei im Römischen Reich
Krieg
Römische Legionen
Römische Eroberung Germaniens
Römische Herrschaft über Germanien
Scheitern der römischen Herrschaft über Germanien
Folgende Jahrhunderte: Blüte und Niedergang des Römischen Reiches
Literaturempfehlungen
Impressum
Historisches Computerspiel Teudogar und das Bündnis mit Rom

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Häuser

Germanische Häuser waren meistens 8 bis 20 Meter lang und 4 bis 6 Meter breit und mußten für etwa 10 Personen Platz bieten - und für oft ebensoviele Rinder. Dazu war die eine Haushälfte als Stallteil mit Boxen versehen, die andere Hälfte bildete einen einzigen großen Wohnraum.

Es bot viele Vorteile, die Tiere im Haus unterzubringen: Einige Stück Großvieh geben soviel Wärme ab wie ein kleiner Ofen. Mit dem zusätzlichen Herdfeuer war es auch während der kalten Wintermonate erträglich warm im Haus.
Außerdem waren die Rinder der wertvollste Besitz (jedes einzelne kostete fast soviel wie ein Sklave): Als Zugtiere und Milchproduzenten waren sie unentbehrlich.

Den bäuerlichen Germanen war ihr Großvieh vermutlich so vertraut wie heutigen Städtern ihre Hunde oder Katzen. Das Zusammenleben von Mensch und Tier unter einem Dach haben sie sicher als natürlich empfunden, und da es im Hausinneren sehr rauchig war, konnte man den Geruch wahrscheinlich kaum wahrnehmen.

Das Haus bestand meist aus einem dreischiffigen Holzgerüst, d.h. die Dachbalken wurden von zwei Säulenreihen im Hausinneren getragen.
Die Wände waren aus lehmbeworfenem Flechtwerk gebildet (Wand kommt von 'winden', flechten), das Dach aus Stroh oder Schilf.

An den Längsseiten waren meist zwei gegenüberliegende Türen. Damit die Wärme nicht abzog, verzichtete man auf Fenster; nur kleine Luken ('Windaugen' / 'Windows') brauchte man zur Frischluftzufuhr.
In der Mitte des Wohnteils diente eine offene Feuerstelle zum Kochen und als Licht- und Wärmequelle. Der Rauch zog durch ein Loch im Dach ab.

Es gab keine Unterteilung in Einzelräume, d.h. die gesamte Großfamilie, Männer, Frauen und Kinder, Sklaven und Sklavinnen, hielt sich stets im gleichen Raum auf. Privatsphäre war vollkommen unbekannt: Von der Zeugung bis zum Tod war ein Germane stets von anderen Menschen umgeben.

Als Sitz- oder Schlafgelegenheiten dienten fellbedeckte Podeste an den Wänden. Das Essen nahm man von einem kleinen Tisch ein, den man nach Ende der Mahlzeit aufhob und wegstellte.
Möbel kannte man nicht, bis auf einen Stuhl für den Hausherrn und eine Holzkiste für die wenigen Habseligkeiten.

Im Haus standen Getreidebehälter, ein großer Mahlstein, Tongefäße, Schüsseln und Becher aus Ton, oft auch Webstühle. Häufig baute man neben das Haupthaus gesonderte kleine Hütten als Webhäuser, Vorratsräume, Backstuben, Schmieden oder Scheunen. Die Knechte lebten oft in kleinen Einzelhütten. Manche Germanenstämme bauten auch gesonderte Ställe und kleinere Wohnhäuser.

Da man keine Holzimprägnierung kannte, hielten diese Häuser höchstens ein paar Jahrzehnte und mußten dann an anderer Stelle neu gebaut werden. Wenn die Ackerböden nicht mehr genug Ertrag abwarfen, entschieden sich manchmal die Einwohner, ihre Siedlung aufzugeben und neue Wohnsitze zu suchen.

Übrigens stammen in diesem Zusammenhang viele urdeutsch wirkende Worte von den Römern: Da die Germanen keine Fenster, Ziegel, Keller und anderes kannten, übernahmen sie die römischen Bezeichnungen fenestra, tegulum, cellarium.









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