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| HandelSchon seit der Steinzeit trieben die Völker Europas regen Handel. In Süddeutschland hat man in 20.000 Jahre alten Gräbern Schmuck aus Muscheln vom Mittelmeer gefunden. Um 1500 v.Chr. schätzten die Frühgriechen Bernstein, der aus der Nordseegegend eingeführt werden mußte. In einem keltischen Grab von 500 v.Chr. fanden Archäologen sogar Seide, die vermutlich über zahllose Zwischenhändler vom fernen China nach Nordeuropa gekommen war.
Wagemut und Unternehmungslust der Kaufleute sind beachtlich gewesen, denn oft konnten sie hohe Gewinne erzielen, wenn sie fertige Luxusprodukte gegen wertvolle Rohstoffe tauschten.
Den Germanen fehlte es an guten Schwertern; üppig verzierte gallische Bronzefibeln und Bronzegeschirr waren beliebt; die Reichen wünschten sich eiserne Helme, Schmuck oder Geschirr aus Glas, kunstvolles römisches Silbergeschirr, leuchtende Purpurstoffe, Teppiche oder italischen Wein.
Jedoch Handwerk und Kunsthandwerk der Germanen ließen sich nicht einmal annähernd mit den Fertigkeiten ihrer fortschrittlicheren Nachbarn vergleichen, der Gallier und der Römer. Daher konnten sie als Handelsware nur Häute, Pelze und Bernstein anbieten, vielleicht auch Seife, Honig, Wachs und Federn - und schließlich, als wertvollste Ware: Menschen.
In Rom fand man großen Gefallen an der blonden Haarfarbe der Germanen. Reiche Römerinnen trugen gerne Perücken aus blondem Frauenhaar, weshalb sich manche Germanen ein Geschäft daraus machten, die Haare ihrer Sklavinnen zu verkaufen.
Aber auch Sklavinnen selbst waren begehrt wegen ihrer fremdartigen blauen Augen und blonden Haare; germanische Sklaven waren außerdem gefragt wegen ihrer Größe und ihrer legendären Wildheit und Körperkraft.
Die Römer zahlten dafür mit Massenware, die in Manufakturen oft eigens für den barbarischen Geschmack ihrer Abnehmer gefertigt wurde.
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