| BesitzDer kostbarste Besitz einer germanischen Familie waren Sklaven und Vieh. Ackerland war dagegen bei vielen Stämmen Eigentum der Gemeinschaft, das jährlich neu verteilt wurde.
Neben dem großen Wohn-Stall-Haus, das wegen der fehlenden Holz-Imprägnierung meist nur wenige Jahrzehnte hielt, besaß eine durchschnittliche Großfamilie Werkzeuge und Geräte wie Pflug, Äxte, Webstuhl, Töpferofen und Hausrat wie Töpfe, Kessel, Becher, Messer; außerdem nicht viel mehr als das, was sie auf dem Leibe trugen.
Wertvollster Besitz waren Waffen aus Metall. Wer reich war, besaß vielleicht einen importierten Helm, oder importierte Luxuswaren wie Silbergeschirr oder Schmuck (Glasperlen), oder Handelswaren wie Eisenbarren, Bernstein oder einige Silbermünzen, außerdem viele Kleider verschiedener Qualität.
Der Besitz konnte einen germanischen Stamm also kaum an Grund und Boden ketten: Wenn überlegene Feinde mit Krieg drohten, oder wenn die Ackerböden nach einigen Jahren ihre Fruchtbarkeit verloren hatten, war es leicht, die wenigen Habseligkeiten auf rindergezogene Wagen zu packen und neues Siedlungsland zu suchen.
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