Germanen und Römer
Teudogar
Bücher
Links
Germanen
und
Römer

ein Online-Lexikon
von Wolf Mittag

Lexikon: Germanen und Römer: Inhalt
Vorgeschichte: Herkunft der Germanen, Kelten und Römer
Die Kelten, Nachbarn der Germanen
Die Römer, Beherrscher der bekannten Welt
Rom unter Augustus, dem ersten Kaiser
Die Germanen
Siedlungsraum und Nachbarvölker
Germanische Stämme
Germanische Siedlungen und Dörfer
Häuser
Aussehen
Kleidung
Waffen und Kriegsrüstung der Germanen
Lebensweise
Nahrung
Nahrung bei den Römern
Körperpflege
Gesundheit
Landwirtschaft
Handwerk
Handel
Währung und Preisbeispiele
Besitz
Sprache der Germanen: Herkunft und Erbe
Gesellschaft und Staat
Sippe
Rolle der Frau
Unfreie
Adel
Gefolgschaft
Die heidnische Religion
Die wichtigsten germanischen Götter
Zauberei
Kunst und Kultur der Germanen
Ansichten der Kulturvölker über die Barbaren
Sklaverei im Römischen Reich
Krieg
Römische Legionen
Römische Eroberung Germaniens
Römische Herrschaft über Germanien
Scheitern der römischen Herrschaft über Germanien
Folgende Jahrhunderte: Blüte und Niedergang des Römischen Reiches
Literaturempfehlungen
Impressum
Historisches Computerspiel Teudogar und das Bündnis mit Rom

Anmerkungen, Korrekturen, Kritik?
eMail-Formular

© 2003-2012
by Wolf Mittag.
All rights reserved.

Römische Legionen

Eine römische Legion bestand aus etwa 4.000 gut ausgebildeten Söldnern, die mit Kettenhemden oder Panzern aus beweglichen Metallstreifen, mit Helmen, Kurzschwertern, Wurfspeeren und 1,20m hohen Schilden bestens ausgerüstet waren. Dazu kamen mehrere hundert Mann leichtbewaffnete Reiterei, meistens Barbaren, die ihre eigenen Unterführer hatten. Eine Legion in voller Stärke konnte so bis zu 6.000 Mann umfassen.

Zur Zeit des Augustus (um Christi Geburt) verfügte Rom über 25 Legionen, insgesamt etwa 150.000 Mann. Wenige Jahre zuvor, während der römischen Bürgerkriege, waren sogar doppelt soviele Soldaten im Einsatz gewesen. Das römische Heer war die stärkste Armee der Welt, unübertroffen an Schlagkraft und Größe. Es sollte viele Jahrhunderte dauern, bis neue Staaten ähnlich große Armeen aufstellen konnten.

Die Legionäre waren einer eisernen Disziplin unterworfen. Vergehen wurden mit Stockschlägen oft bis zum Tod bestraft. Es gab Auszeichnungen und Medaillen für besondere Leistungen - nicht aber für einfache Tapferkeit: Vielmehr war es die Pflicht jedes Soldaten, tapfer zu sein, und Feigheit wurde mit der Todesstrafe geahndet. Wich eine ganze Legion vor dem Feind zurück, konnten die Kommandanten als Strafe die Dezimierung verhängen: Jeder 10. Soldat wurde hingerichtet.

Häufig mußte eine Legion große Entfernungen in kurzer Zeit zurücklegen. Damit sie nicht durch die langsamen Wagen mit Nahrungsmitteln und Material aufgehalten würden, mußten die Legionäre dann neben ihrer gut 10kg schweren Rüstung oft noch Vorräte für mehrere Wochen tragen, dazu Kochtöpfe, Säge, Beil, Spaten - und ein bis zwei Schanzpfähle: insgesamt ein Gewicht von etwa 30kg. (Übrigens waren die meisten Römer nur etwa 1,50m groß: Die Legionäre dürften klein, stämmig und muskelbepackt gewesen sein.)

Wenn die Legionäre mehrere Stunden lang mit diesem Gepäck marschiert waren und etwa 15km zurückgelegt hatten (bei Eilmärschen bis über 30km pro Tag), errichteten sie ein befestigtes Lager, hoben einen Graben aus, bauten eine Palisade aus den mitgebrachten Pfählen und stellten die Zelte auf, ehe sie endlich rasten konnten. Aber die Ruhe währte selten die ganze Nacht: Jeweils einige hundert Mann hatten ständig Wachdienst, um Überfälle zu verhindern.

Traf die Legion nach mehreren mühsamen Tagesmärschen auf den Feind, machten sich das geplante Vorgehen und die durchdachte Organisation bezahlt: Die Söldner stellten sich in Karrees mit 6 mal 10 Mann in drei Reihen auf, während ihre barbarischen Feinde meistens in Keilformation heranliefen, sich aber beim Zusammenstoß der beiden Heere gewöhnlich planlos verstreuten.

Wurden die Karrees der ersten Reihe des römischen Heeres zurückgeschlagen, konnten sie sich zurückziehen und die ausgeruhten Karrees der zweiten Reihe vorrücken lassen. Mußten auch diese zurückweichen, bildete die dritte Reihe einen Schildwall: Dicht nebeneinander knieend, die Schilde gegen die Schultern gestützt, die Speere vorgestreckt, boten sie dem Feind keine Chance zum Angriff. Hinter dieser menschlichen Mauer konnten sich die zurückgeschlagenen Legionäre neu ordnen und dann erneut angreifen. So war sichergestellt, daß die ermüdeten Feinde immer auf ausgeruhte Legionäre trafen.

Während die Barbarenführer mit ihren Leuten in den Kampf stürmten und durch ihre persönliche Tapferkeit mitreißen wollten, leiteten die römischen Offiziere das Kampfgeschehen mit kühlem Kopf aus sicherer Entfernung. Jeder Truppenteil hatte eine Fahne oder ein Feldzeichen, an dem er bequem erkannt werden konnte. Durch Trompetensignale oder berittene Boten konnten auch während der Schlacht Befehle gegeben werden: Bedrängte Truppenteile erhielten Verstärkung, andere sollten den Feind von der Seite angreifen, andere wurden zu Schwachstellen des feindlichen Heeres dirigiert.

Es ist kein Wunder, daß die Römer auf diese Weise fast immer siegten: Ihre barbarischen Feinde konnten nur vorwärts drängen und sich auf ihre Tapferkeit verlassen. Kam ihr Angriff aber ins Stocken oder war ein Teil ihres Heeres unterlegen, war die Schlacht für sie verloren, denn ihre Führer konnten während des Kampfes keine rettenden Gegenmaßnahmen anordnen.









Bücher über die Germanen kaufen
Neue und gebrauchte Bücher zu diesem Thema, aus dem umfangreichen Amazon-Katalog, mit zahlreichen Buchbesprechungen und Kritiken von Lesern.

Bücher über die Römer kaufen
Neue und gebrauchte Bücher zu diesem Thema, aus dem umfangreichen Amazon-Katalog, mit zahlreichen Buchbesprechungen und Kritiken von Lesern.

Computerspiel Teudogar und das Bündnis mit Rom kaufen
Dieses faktentreue historisches Rollenspiel versetzt Sie ins Germanien des Jahres 12 v.Chr., zur Zeit der römischen Eroberung, zu den Stämmen der Cherusker, Chatten und Sueben. Lernen Sie germanisches Alltagsleben aus eigener Anschauung kennen.